ERMUTIGUNG AUF DEM WEG – September 2021

Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der
Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche
Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!

1.         Aus dem
Gesangbuch: „Du bist mit uns“ – Haus der Stille

401 – Dank sei dir-

2. Aus dem Gebetbuch der
Altkatholischen Kirche Österreichs
: Seite 204-207

Für
alle Lebensalter

Lasst uns beten
für alle Menschen aller Lebensalter,
für alle, die jung oder alt
zueinander gehören
oder mitsammen durchs Leben gehen.
Lasst uns beten
um Sorge und Achtung füreinander,
dass wir nicht voneinander getrennt werden,
dass wir eines Sinnes versuchen,
glücklich zu sein.

Lasst uns beten für alle Kinder,
für sie, die in unserer Mitte
klein und wehrlos sind:
Um eine glückliche Jugend,
dass ihnen nichts Böses zustoße,
dass sie gerade wachsen
und nicht verbildet werden.

Lasst uns beten,
dass wir ihnen kein Ärgernis geben, 
sie nicht lehren zu hassen,
sondern sie hineinführen in die Wahrheit,
und dass wir den Mut finden mögen,
einzutreten für alles Verwundbare,
Unsichere und Unausgereifte.

Lasst uns beten
für die Jungen,
die das Leben noch vor sich haben:
dass sie offen und empfänglich
ihrer Zukunft entgegengehen,
dass sie mit Unsicherheiten zu leben wagen
und den Enttäuschungen gewachsen sind,
dass sie sich selbst hinzunehmen lernen
und nicht mutlos werden.

Bitten wir für alle jungen Menschen,
dass sie ruhig und aufrecht
mit ihren Eltern verkehren,
das Vergangene und ihre Vorfahren achten,
und den alten Menschen mit Wertschätzung begegnen.
Dass sie vor allem
ihren Freunden und sich selbst treu sind,
bedingungslos in ihrer Liebe zu allem Leben
und bereit sind, diese Erde bewohnbarer zu machen;
das erbitten wir für sie bei Gott.

Lasst uns beten
für alle, die in der Kraft ihres Lebens stehen:
dass sie fruchtbar werden,
dass sie nicht nur sich selbst suchen,
sondern auch das Wohl der anderen;.
Beten wir für alle erwachsenen Menschen,
dass sie, ob in der Ehe oder ehelos,
nicht einsam seien,
nicht selbstgenügsam oder abgekapselt,
sondern dass sie einander immerfort
in Freundschaft suchen –
und so zunehmen an Menschlichkeit.

Lasst uns beten
für alle, die sich nicht zurechtfinden können,
und für alle Unerfüllten oder Gescheiterten:
dass sie ihre Hoffnung auf die Zukunft setzen,
dass sie den Glauben bewahren an Gott,
unseren Vater,
der nicht will, dass wir verloren gehen.

Lasst uns beten
für alle betagten Menschen,
dass ihr Herz jung bleibe.
Um Weisheit und Offenheit
bitten wir für sie,
dass sie nicht neidisch seien und rechthaberisch,
sondern ihren Kindern
Raum zur Entfaltung lassen.

Lasst uns beten
für alle an Jahren Alten,
dass sie nicht trostlos zurückbleiben,
dass sie mit ihrer Lebenserfahrung
vielen dienstbar seien,
dass sie Achtung und Zuneigung erfahren mögen.
Wir bitten auch für jene,
die sich abmühen mit Krankheit,
und für alle Furchtsamen
und für die, denen bang ist vor dem Tod.
Licht und Glauben, den Geist der Hingabe,
Ruhe und Friede erbitten wir für sie.

Lasst uns beten für uns selbst,
dass wir, jung oder alt, durch Gottes Gnade
neue Menschen werden,
immer von neuem:
Dass wir Zwietracht und Misstrauen
aus unserer Mitte verbannen.
Dass wir die Liebe nicht abbrechen,
wenn uns auch viele Jahre trennen,
dass Gott uns beieinander bewahre
als Vater und Sohn,
als Mutter und Tochter,
als eine einzige Familie, ein einziges Volk,
darum bitten wir.

3.         Aus der Bibel in gerechter Sprache – Psalm 18

1          Für die musikalische Aufführung. Von
David, der der Lebendigen dient, der zur Lebendigen die Worte dieses Liedes sprach, am Tag, als die Lebendige ihn dem Griff aller seiner Feinde entriss und
der Hand Sauls.

2          Er sagte:
Meine Leidenschaft gilt dir, Lebendige, meine Stärke!

3          Lebendige, mein Fels und meine Fluchtburg, du
lässt mich entrinnen.
Meine Gottheit, meine Festung, in der ich mich berge.
Mein Schild und machtvolles Zeichen meiner Befreiung –
mein Fluchtort bist du.

4          Sei gelobt, rufe ich laut, Lebendige!
Befreit werde ich von meinen Feinden.

5          Mich umschlangen Stricke des Todes,
Sturzfluten des Unheils überfielen mich.

6          Stricke der Unterwelt umfingen mich,
mir näherten sich Schlingen des Todes.

7          In meiner Angst rief ich die Lebendige,
zu meiner Gottheit schrie ich laut.
Sie hörte in ihrem Tempel meine Stimme,
mein Schrei vor ihr drang an ihr Ohr.

8          Da wankte, da bebte die Erde,
die Grundfesten der Berge wurden erschüttert,
hin und her schwankten sie – ja, ihr Zorn war entbrannt.

9          Rauch stieg auf aus ihrer Nase, Feuer
fraß aus ihrem Mund,
Kohlen loderten aus ihr.

10        Sie neigte den Himmel, sie kam herab –
dunkles Gewölk unter ihren Füßen.

11        Sie fuhr auf einem Kerub, sie flog,
schwebte auf Flügeln des
Sturms.

12        Sie machte Finsternis zu ihrem Versteck
um sie her,
zu ihrer Hütte Wasserdunkel, Wolkendickicht.

13        Aus dem Glanz vor ihr gingen Wolken
hervor, Hagel und Feuerkohlen.

14        Da ließ die Lebendige
es donnern im Himmel,
die Höchste ließ ihre Stimme hören – Hagel und Feuerkohlen.

15        Da schoss sie ihre Pfeile – das
zerstreute sie,
und viele Blitze – das verwirrte sie.

16        Da wurde der Meeresgrund sichtbar,
entblößt die Grundfesten der Welt
vor deinem Gebrüll, Lebendige,
vor dem schnaubenden
Sturm deines Zorns.

17        Sie streckte die Hand aus der Höhe,
ergriff mich,
zog mich heraus aus den Wassermassen.

18        Sie entriss mich meinem starken Feind,
denen, die mich hassen – ja, sie waren mächtiger als ich.

19        Sie traten mir entgegen an meinem
Unglückstag,
da wurde die Lebendige mir zum Halt.

20        Sie führte mich hinaus ins Weite,
machte mich los: Ja, sie hatte Freude an mir.

21        Die Lebendige handelte an mir nach meiner Gerechtigkeit,
nach der Reinheit
meiner Hände
gab sie mir zurück.

22        Ja, ich habe die Wege der Lebendigen bewahrt,
habe nicht
unrecht gehandelt vor meiner Gottheit.

23        Ja, alle ihre Urteile waren mir gegenwärtig,
ihre Ordnungen habe ich nicht von mir gewiesen.

24        So war ich vollkommen bei ihr,
bewahrte mich vor aller
Schuld.

25        So gab mir die
Lebendige zurück nach meiner Gerechtigkeit,
nach der Reinheit meiner Hände in ihren Augen.