13 Kommentare

  1. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Die Seele…die Rückkehr“
    Es war einmal eine erwachsene Frau, die sehr unglücklich war. Sie hatte das Gefühl etwas Wichtiges verloren zu haben, nicht mehr zu wissen, wo sie eigentlich hin möchte und vieles in ihrem Leben war ihr gleichgültig geworden.
    Sie fühlte sich so ohnmächtig und hilflos darüber, dass sie sich eines Tages, einfach in die Ecke ihres Zimmers setzte und weinte. Sie wollte einfach gar nichts mehr tun, und am liebsten hätte sie sich in Luft aufgelöst.
    Plötzlich hörte sie eine Stimme die sie rief. Ganz erschrocken blickte sie auf, doch es war niemand da. „Ich bin hier, in dir“, sagte die Stimme. „Warum bist du so traurig?“
    „Ich weiß nicht mehr weiter. Wer bist du?“, sagte die Frau, die nun das Schluchzen aufgehört hatte. „Ich bin deine Seele“, antwortete die Stimme, „ich bin hier um dir zu helfen, doch brauche ich dazu wiederum deine Hilfe.“
    „Sieh her“, begann die Seele zu erklären, „du möchtest wissen wie es weitergeht, und ich weiß es. Es ist nur so, dass ich es dir nur sagen kann, wenn du erlaubst, dass wir zusammen arbeiten.“ – „Tun wir das nicht?“, fragte die Frau erstaunt. „Nun, nicht ganz. Irgendwann in deinem Leben, hast du angefangen dir zu wünschen, dass du alles unter Kontrolle hast, damit du die Erlebnisse, die dich verletzt haben, nicht mehr erleben musst. Und irgendwann zu diesem Zeitpunkt hast du mich weggeschickt. Je mehr du also alles unter Kontrolle haben wolltest, desto mehr musste ich mich zurückziehen. Denn ich mache manchmal verrückte Dinge oder bringe dich an Orte, die dir erstmal gar nicht gefallen, wo es aber etwas tolles zu entdecken gibt. Weil du das aber nicht mehr wolltest, und ich dich so sehr liebe, wie du es dir gar nicht vorstellen kannst, hab ich mich zurückgehalten.“
    „Wirklich? Ich habe das gar nicht gemerkt.“, sagte die Frau. Die Seele antwortete: „Ja, da hattest du es nicht bemerkt, aber nun spürst du, dass dir etwas fehlt.“ – „Das stimmt.“
    „Was kann ich also tun?“, fragte die Frau ihre Seele und diese antwortete: „Lass mich ans Steuerrad. Lass es zu, dass ich lenke. Hab keine Angst, ich weiß wohin es gehen soll. Lass den Wunsch, alles unter Kontrolle zu haben wieder los und erkenne, dass es ein Irrtum war, dir dies zu wünschen.“
    „Ich bin für dich da“, fuhr sie fort, „und pass auf dich auf. Wenn du es mir erlaubst, dich zu leiten, brauchst du vor nichts mehr Angst zu haben, vor allem nicht davor, verletzt zu werden, denn ich weiß, wie man heilt. Nichts wird dir wirklich etwas anhaben können, wenn du mir vertraust. Ich werde dir die Geheimnisse des Lebens zeigen und zeigen, wie du Glück und Liebe findest.“
    Ein bisher unbekanntes, wohliges Kribbeln durchfuhr den Körper der Frau, deren Tränen nun getrocknet waren. „Ja“, sagte sie nun zu ihrer Seele, „ich möchte das. Ich erlaube dir mich zu leiten und zu führen.“ Daraufhin wurde das Kribbeln immer stärker und so belebend, dass sich die Frau nun nicht mehr schwach und hilflos fühlte, sondern stark und kraftvoll. „Spürst du? Da bin ich. Zusammen sind wir stark. Mit mir bist du nicht mehr klein, sondern groß. Zusammen können wir alles schaffen!“
    Da schossen der Frau erneut Tränen in die Augen, doch es waren keine Tränen der Trauer, sondern Tränen der Freude. Sie fing an ganz laut zu lachen und ganz vorsichtig zu tänzeln, bis sie schließlich durch den ganzen Raum tanzte und dabei lachte und Freudentränen weinte. Und die Rückkehr ihrer Seele feierte.

    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der Herr gibt für meine Arbeit das Tempo an, Teil 5“ – aus Japan
    Ich spüre, wie meine Kraft dabei wächst, wie ich ausgeglichen werde und mir mein Tagewerk gelingt.
    Darüber hinaus ist es einfach schön zu wissen, dass ich meinem Herrn auf der Spur bin und dass ich jetzt und immer bei ihm zu Hause bin.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: 2 Kor 4, 17
    17 Die Last unserer gegenwärtigen Bedrängnis ist leicht, denn sie führt uns in den alles Maß überschreitenden Raum, der die Fülle göttlicher Klarheit ist, der Zeiten und Welten umfasst.

  2. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Der Verstand und die Liebe.“
    Der Verstand begegnete der Liebe und sagte zu ihr: “Gut, dass ich dich treffe. Ich habe schon oft über dich nachgedacht, aber ohne ein befriedigendes Ergebnis. Deshalb möchte ich dich gern geradeheraus fragen: Was ist dein Sinn?” Bevor die Liebe antworten konnte, fügte der Verstand hinzu: “Sag mir aber nicht, dein Sinn bestehe darin, die Menschen glücklich zu machen. Ich habe zu oft gesehen, dass du sie unglücklich machst.”
    “Mein Sinn besteht darin, dass die Menschen an mir wachsen und zu sich selbst finden. Durch mich werden sie zu denen, die sie sein können. Ich erwecke das Beste in ihnen und bringe es zur Entfaltung. Und ich schenke ihnen Glück. Dass dieses Glück vergänglich ist, darfst du mir nicht anlasten. Nichts ist von Dauer in dieser Welt. Und weder du noch ich haben die Macht, das Gesetz der Vergänglichkeit zu brechen.”
    “Ich weiß”, sagte der Verstand, “allerdings verstehe ich nicht, warum die Menschen im allgemeinen sich so sehr vor dir fürchten, obwohl du ihnen angeblich so viel Gutes zu geben hast, während sie zu mir volles Vertrauen haben.” “Das liegt daran”, antwortete die Liebe, “dass ich die Menschen ins Unbekannte führe, während du mit ihnen auf Wegen gehst, die sie gut kennen.”
    “Aber du sagtest doch gerade”, wandte der Verstand ein, “dass du ihnen hilfst, zu sich selbst zu finden.”
    “Das tue ich auch”, erwiderte die Liebe. “denn ihr wahres eigenes Selbst ist den meisten Menschen unbekannt. Und daran bist du, mein lieber Verstand, nicht ganz unschuldig.”
    “Wieso?”
    “Du bringst sie dazu, Schutzmauern gegen mich aufzubauen, indem du ihnen einredest, wie gefährlich ich sei und wie groß die Schmerzen und Enttäuschungen sein können, die ich ihnen bereite. Du lehrst sie, mich zu fürchten.”
    “Und habe ich nicht recht damit?” fragte der Verstand.
    “Nein, du hast unrecht. Die Menschen verletzen sich nicht an mir, sie verletzen sich gegenseitig. Sie sind nicht enttäuscht von mir, sie enttäuschen sich gegenseitig. Und die Schmerzen, die sie erleiden, stammen nicht von mir, sondern daher, daß sie mein Wesen nicht tief genug verstehen. Wie sollten sie es auch können, wenn du sie unentwegt daran hinderst, sich ganz und gar auf mich einzulassen? Denn nur so können sie mich wirklich kennenlernen – und damit sich selbst.”
    “Dieses Gespräch hat keinen Sinn”, sagte der Verstand. “Wir reden aneinander vorbei.”
    “Weil du nicht schweigend reden kannst”, erwiderte die Liebe.
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der Herr gibt für meine Arbeit das Tempo an, Teil 4“ – aus Japan
    Oft – mitten im Gedränge – gibt er mir ein Erlebnis, das mit Mut macht.
    Das ist, als ob mir einer eine Erfrischung reichte.
    Und dann ist der Friede da und eine tiefe Geborgenheit.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Joh 14, 27
    27 Ich hinterlasse euch Frieden, ich übergebe euch meinen Frieden. Ich gebe ihn euch nicht, wie die Welt ihn gibt, Seid nicht aufgewühlt und erschrocken und habt keine Angst

  3. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Die Wahrheit und die Liebe“ – Axel Kühner
    Die Wahrheit zog traurig durchs Land: „Die Menschen haben Sehnsucht nach mir. Aber wenn ich komme und durch ihre Straßen gehe, bekommen sie Angst und flüchten in ihre Häuser.“
    Eines Tages traf die Wahrheit die Liebe. Sie war in ein buntes, warmes Kleid gehüllt, und die Leute liefen ihr nach und luden sie zu sich in ihre Häuser ein. Die Liebe sah die Wahrheit so traurig und verbittert stehen und sprach sie an: „Sage mir, gute Freundin Wahrheit, warum bist du so betrübt?“ „Ach, es geht mir nicht gut“, antwortete die Wahrheit. „Ich bin alt, und die Leute wollen mich nicht in ihr Leben lassen.“
    „Nicht weil du alt bist, mögen dich die Leute nicht leiden. Ich bin auch sehr alt, und die Menschen lieben mich immer noch. Du bist den Menschen unheimlich, weil du so nackt bist. Kleide dich mit meiner Wärme und Farbenpracht. Lege um deinen Schatz der Wahrheit den Mantel der Liebe, und die Menschen werden dich willkommen heißen. Die nackte Wahrheit ist für die Menschen ebenso furchtbar wie eine unehrliche Liebe. Wir beide brauchen einander. Denn eine aufrichtige Liebe und eine liebevolle Wahrheit sind Quellen des Lebens und der Freude.“
    Die Wahrheit befolgte den Rat der Liebe. Seitdem sind beide bei den Menschen willkommen.
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der Herr gibt für meine Arbeit das Tempo an, Teil 3“ – aus Japan
    Obwohl ich viel zu viel Arbeit habe, brauche ich doch den Frieden nicht zu verlieren.
    Er ist in jeder Stunde da und in allen Dingen.
    Und so verliert alles andere sein bedrohliches Gesicht.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Jes 43, 4
    4 Weil du in meinen Augen teuer bist, du mir wichtig bist und ich dich liebe.

  4. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Seelen-Oase – Geschichten zum Nachdenken.“
    Zwei Zen-Mönche wanderten über eine Landstraße, als sie zu einem Fluss kamen, der durch den schweren Frühlingsregen zu einem reißenden Strom angeschwollen war. Dort stießen sie auf eine attraktive junge Frau, die am Ufer wartete, weil sie den Fluss nicht überqueren konnte.
    Einer der Mönche sprach die Frau an, um ihr seine Hilfe anzubieten. Mit ihrem Einverständnis nahm er sie in seine Arme und trug sie über den Strom. Danach setzten die beiden Mönche ihren Weg schweigend fort.
    Als sie zurück zum Kloster kamen, konnte der Mönch, der seinen Freund beobachtet hatte, wie er die Frau trug, nicht länger an sich halten. „Du weißt, dass wir keinerlei Kontakt mit Frauen haben dürfen, insbesondere nicht mit attraktiven Frauen. Wie konntest du das nur tun?“
    „Sieh mal“, sagte der Mönch, „ich habe die Frau schon vor Stunden abgesetzt, aber du trägst sie immer noch mit dir herum.“
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der Herr gibt für meine Arbeit das Tempo an, Teil 2“ – aus Japan
    Oft lässt er mir mühelos etwas gelingen, und es überrascht mich selbst, wie zuversichtlich ich sein kann.
    Ich merke: Wenn man sich diesem Herrn anvertraut, bleibt das Herz ruhig.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Ps 23, 4
    4 Wenn Finsternis tief meinen Weg umgibt, fürchte ich nichts Böses. Ja, du bist bei mir, dein Stab und deine Stütze – sie lassen mich aufatmen.

  5. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Seelen-Oase – Geschichten zum Nachdenken.“
    Zu dem Meditationsmeister kamen Menschen, die auf der Suche nach dem richtigen Leben waren.
    „Welchen Sinn hat die Stille, die du uns nahelegst?“, fragten sie. „Wenn wir uns nicht dauernd beschäftigen, dann spüren wir eine gewisse Stille und Leere in uns, und wir wissen nicht, wozu das gut ist“.
    Der Meister hatte gerade an einem Brunnen Wasser geschöpft und forderte die Besucher auf, in den Brunnen zu sehen.
    „Was seht ihr?“
    „Nichts.“
    „Dann wartet ein paar Minuten.“
    Nach ein paar Minuten forderte er sie wiederum auf, in den Brunnen hineinzusehen.
    „Was seht ihr jetzt?“
    „Das Wasser ist still geworden, wir sehen wie in einem Spiegel uns selbst.“
    „Das ist der Sinn der Stille.“
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der Herr gibt für meine Arbeit das Tempo an, Teil 1“ – aus Japan
    Der Herr gibt für meine Arbeit das Tempo an, ich brauche nicht zu hetzen.
    Es gibt immer einen Augenblick der Stille, eine Atempause, in der ich zu mir komme.
    Er stellt mir Bilder vor die Seele, die mich sammeln und mir Gelassenheit geben.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Spr 14, 27
    27 Die Ewige zu achten und zu ehren ist eine Quelle des Lebens und hilft, tödlichen Gefahren zu entgehen.

  6. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Seelen-Oase – Geschichten zum Nachdenken.“
    Ein alter Zenmeister wird gefragt, wie er es schaffe, trotz seiner vielen Verpflichtungen so konzentriert zu sein.
    Er antwortete: „Wenn ich liege, dann liege ich, wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf, wenn ich sitze, dann sitze ich…“
    „Das tun wir doch auch, was du tust“, antworten seine Schüler.
    „Wenn ich liege, dann liege ich, wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf, wenn ich sitze, dann sitze ich…“
    Seine Schüler unterbrechen: „Das tun wir doch auch, sage uns endlich, was das Besondere bei dir ist!“
    Der Meister antwortet: „Ihr tut das nicht. Wenn ihr liegt, dann steht ihr schon auf, wenn ihr aufsteht, dann sitzt ihr schon…“
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der große Geist droben ist der Hirte aller Hirten: Teil 6“ – Psalm 23 Indianisch.
    Ich bin sein Gast in seinem Haus, mehr noch: sein freund und sein Kind.
    Die Tür ist offen, solange ich lebe.
    Und wenn ich sterbe ist sein Haus für mich bereit.
    Glück und Frieden gibt er mir. Was soll ich tun?
    Ich habe nichts zu geben als mein Gebet, mein Lied, meinen Dank.
    Ich kann nichts geben als dies: Nehmen, was er mir gibt.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: 1 Kor 16, 13
    13 Seid wachsam, seid fest in eurem Vertrauen, verhaltet euch mutig, seid stark.“

  7. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Seelen-Oase – Geschichten zum Nachdenken“
    Ein Schüler kam zu seinem Meditationslehrer und sagte: „Ich bin in deinen Kurs gekommen, um endlich Ruhe zu finden. Jetzt meditiere ich schon seit drei Tagen und es ist immer noch nichts passiert.“
    „Und?“, fragte der Lehrer zurück.
    „Was muss ich tun, damit endlich etwas passiert?“
    „Nichts“, antwortete der Lehrer.
    „Aber, das tue ich doch die ganze Zeit. Ich sitze nur da und meditiere.“
    „Eigentlich nicht. Eher lauerst du die ganze Zeit auf die große Veränderung, eher strengst du dich an, als das du einfach achtsam bist.“
    „Und wenn ich mich bemühe, meine Erwartungen fallen zu lassen?“
    „Auch das ist nicht die gewünschte Veränderung, denn auch da bemühst du dich.“
    „Was kann ich also tun?“, fragte schließlich der Schüler.
    „Nichts. Warte darauf, bis deine Seele von sich aus etwas anderes tut.“
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der große Geist droben ist der Hirte aller Hirten: Teil 5“ – Psalm 23 Indianisch.
    Die Straßen, die vor mir liegen, werden mich durch dieses Leben führen.
    Hernach werde ich hingehen, in dem großen Lager wohnen und mich niedersetzen mit dem großen Hirten immerdar.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Spr 14, 23
    23 Jede harte Arbeit wird Erfolg bringen; Herumreden führt lediglich ins Elend.
    Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Seelen-Oase – Geschichten zum Nachdenken“
    Ein Schüler kam zu seinem Meditationslehrer und sagte: „Ich bin in deinen Kurs gekommen, um endlich Ruhe zu finden. Jetzt meditiere ich schon seit drei Tagen und es ist immer noch nichts passiert.“
    „Und?“, fragte der Lehrer zurück.
    „Was muss ich tun, damit endlich etwas passiert?“
    „Nichts“, antwortete der Lehrer.
    „Aber, das tue ich doch die ganze Zeit. Ich sitze nur da und meditiere.“
    „Eigentlich nicht. Eher lauerst du die ganze Zeit auf die große Veränderung, eher strengst du dich an, als das du einfach achtsam bist.“
    „Und wenn ich mich bemühe, meine Erwartungen fallen zu lassen?“
    „Auch das ist nicht die gewünschte Veränderung, denn auch da bemühst du dich.“
    „Was kann ich also tun?“, fragte schließlich der Schüler.
    „Nichts. Warte darauf, bis deine Seele von sich aus etwas anderes tut.“
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der große Geist droben ist der Hirte aller Hirten: Teil 5“ – Psalm 23 Indianisch.
    Die Straßen, die vor mir liegen, werden mich durch dieses Leben führen.
    Hernach werde ich hingehen, in dem großen Lager wohnen und mich niedersetzen mit dem großen Hirten immerdar.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Spr 14, 23
    23 Jede harte Arbeit wird Erfolg bringen; Herumreden führt lediglich ins Elend.

  8. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Der Diamant“
    Ein weiser Mann kam auf seiner Wanderung an den Rand eines kleinen Dorfes in den Bergen. Bei Einbruch der Dämmerung ließ er sich unter einem großen Baum nieder, um dort die Nacht zu verbringen. Plötzlich kam ein ganz aufgeregter Dorfbewohner zu ihm gerannt und rief: „Der Stein! Der Stein! Gib mir den kostbaren Stein!“
    „Welchen Stein?“, fragte der Weise verwundert.
    „Letzte Nacht schickte Gott mir einen Traum“, sagte der aufgeregte Mann aus dem Dorf, wobei sich seine Stimme überschlug. „Er offenbarte mir, ich würde bei Einbruch der Dunkelheit am Rande des Dorfes einen weisen Mann finden. Der würde mir einen kostbaren Stein geben und damit hätte ich für immer ausgesorgt.“
    Daraufhin durchwühlte der weise Mann seinen Sack und zog einen großen Stein hervor. „Wahrlich meinte er diesen hier“, sagte er, während er dem Dorfbewohner den Stein reichte. „Ich fand ihn vor ein paar Tagen auf dem Weg durch den Wald. Du kannst ihn natürlich haben.“
    Aufgeregt betrachtete der Mann den Stein und konnte es kaum glauben. Was da in seiner Hand lag, war ein kostbarer Diamant. Wahrscheinlich der größte Diamant der Welt, denn er war fast so groß wie ein menschlicher Kopf.
    Er steckte den Stein in seine Tasche und ging hocherfreut ins Dorf zurück. Aber in der Nacht wälzte sich der Mann in seinem Bett. Er konnte kein Auge zutun. Am nächsten Morgen ging er noch vor Sonnenaufgang zu dem Baum, unter dem der weise Mann noch schlief. Er weckte ihn und bat flehend: „Gib mir den Reichtum, der es mir ermöglicht, diesen kostbaren Diamanten so leichten Herzens wegzugeben.“
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der große Geist droben ist der Hirte aller Hirten: Teil 4“ – Psalm 23 Indianisch.
    Er bereitet vor mir einen Tisch mit mancherlei Speisen.
    Er legt seine Hand auf mein Haupt und alle Müdigkeit ist dahin.
    Er füllt meinen Becher, bis er überläuft.
    Was ist sage ist wahr, es ist keine Lüge.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Joh 16, 33
    33 Dies habe ich euch gesagt, damit ihr in mir Frieden findet. In der Welt leitet ihr Qualen, aber seid zuversichtlich, ich habe die Welt besiegt.

  9. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Der Engel an der Brücke“
    Ich traf auf meinem Weg einen jungen Mann, der ging auf und ab. Ich fragte, was er denn mache und er schaute mich an. Seine Augen waren voll Trauer und auch voll Wut. Sein Körper war geschwächt und doch konnte er nicht ruhen. Auf seinen Schultern lastete ein großes Paket – hier und da waren ein paar Löcher, wo wohl ein Stück des Inhalts fehlte; dennoch schien es dadurch nicht minder schwer.
    Ich fragte, warum er denn nur ständig auf und ab gehe? Er sagte, dass er gerne über diese Brücke gehen wolle, um auf die wunderschöne Insel gegenüber der Schlucht zu gelangen, doch er wage es nicht, denn seine Last sei so schwer und die Brücke, die er passieren müsse, mache keinen stabilen Eindruck.
    Ich fragte ihn, warum er denn die Last nicht ablegen würde, dann könnte er doch ohne weiteres die Brücke passieren. Er schaute mich entgeistert an – ohne sein Gepäck? Nein, das ginge nicht!
    Ich fragte ihn, was denn Wichtiges in diesem Paket wäre, dass er es denn nicht hier lassen könne. Er lächelte und sagte stolz – es ist meine Vergangenheit.
    Er ging auf und ab – sehnsüchtige Blicke folgten dem Weg auf diese wunderschöne Insel – mit Blumen und Früchten und frischem Wasser. Er war wirklich geschwächt, so bot ich ihm Wasser an – dankend trank er.
    Ich fragte, ob er seine Last absetzen möge und auf die Insel gehen wolle. Vehement verneinte er – auf keinen Fall würde er seine so kostbare Vergangenheit absetzen, nur, um auf die Insel zu gelangen – es müsse doch schließlich auch einen anderen Weg geben.
    Wir schwiegen.
    Ich meinte, wenn seine Vergangenheit leichter wäre, so könne er sie vermutlich mit auf die Insel nehmen. Doch wäre sie leichter, so wäre sein Eigengewicht weitaus mehr und so könnte er sowohl mit, als auch ohne Vergangenheit diese Brücke nicht passieren. Dadurch jedoch, dass er nun so lange gegangen sei, mit der Last, sei er selber davon leichter geworden, dass er die Brücke passieren könne, würde er seine Last absetzen.
    Er schaute mich erstaunt an. – „Es ist also die einzige Möglichkeit diese Brücke zu überqueren?“, fragte er.
    Ich schwieg. Er dachte nach.
    Dann fragt er mich, ob ich den kurz für ihn seine Vergangenheit tragen könne, da er das Paket ungern in den Staub stellen wolle. Er würde jedoch gern einmal auf die Insel gehen, um zu schauen, ob sich denn der Tausch auch lohnen würde.
    Ich sagte, dass er gern auf die Insel gehen könne, doch ich würde ihm die Last nicht abnehmen. Ich zeigte auf den Haufen neben der Brücke und sagte: „All das ist Vergangenheit von vielen anderen, die auch zuvor wie du unentschlossen waren. Es ist deine Entscheidung – wohin es dich trägt.“
    Und seit er über die Brücke lief, ruht neben seiner Vergangenheit die Vergangenheit vieler anderer glücklicher, freier Menschen!
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der große Geist droben ist der Hirte aller Hirten: Teil 3“ – Psalm 23 Indianisch.
    Oftmals macht er aus dem Seil eine Peitsche, aber hernach gibt er mir einen Stab, an den ich mich lehnen kann.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Ps 31, 25
    25 Seid stark und euer Herz sei mutig – alle, die ihr euch auf die Lebendige verlasst.

  10. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Es waren einst zwei Engel. Sie nannten sich die Liebe und das Leben.“
    Die Liebe sprach zum Leben: „Wir sind so lange schon zusammen, lass uns eine Zeit verschiedene Wege gehen, und uns prüfen, ob alleine zurecht wir kommen.“
    So trennten sich die Liebe und das Leben, und beide gaben es getrennt, dem einen nur die Liebe und dem anderen nur das Leben. Weil beide von sich behaupten, dass er den anderen nicht braucht.
    Die Liebe, sie merkte es sehr schnell: „Wie kann ich Liebe geben, wenn die Menschen es nicht wissen damit zu leben. Mein Leben, ich vermisse dich, ich kann ohne Dich keine Liebe geben.“
    Das Leben bemerkte es nach einer Weile: „Was nützt das Geben eines Lebens, wenn die Menschen keine Liebe in sich tragen. Nur zusammen können wir geben, Liebe und das Leben. Erst dann ist das Leben lebenswert. Oh, meine Liebe, ich vermisse dich. Denn ohne dich, die Liebe, ist das Leben geben für keinen Menschen lebenswert.“
    So vereinten sie sich wieder und blieben auch zusammen, die Liebe und das Leben. Weil beide haben es gesehen, dass der eine ohne den anderen nichts geben kann. Was ist Liebe geben oder zu erhalten, ohne damit zu leben. Nur wer mit der Liebe lebt, und das in seinem Herzen, der weiß damit zu leben und sieht das Leben lebenswert.
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der große Geist droben ist der Hirte aller Hirten: Teil 2“ – Psalm 23 Indianisch.
    Dereinst – es mag sehr bald sein, es mag etwas später sein, vielleicht viel später – wird er mich in ein enges Tal ziehen, das zwischen den Bergen liegt. Es ist dunkel dort, aber ich werde nicht umkehren und mich auch nicht fürchten, denn dort, zwischen den Bergen, wird der große Hirte mir begegnen, und der Hunger, den ich in meinem Herzen das ganze Leben hindurch verspürte, wird gestillt werden.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Ps 32, 8
    8 Ich will dir Einsicht verleihen, dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dir raten, ein Auge auf dich haben.

  11. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Wie arme Leute leben!“
    Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
    Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“
    „Sehr interessant!“, antwortete der Sohn.
    „Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“
    „Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“
    „Was hast du also gelernt?“, fragte der Vater.
    Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben ein Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“
    Der Vater war sprachlos.
    Und der Sohn fügte noch hinzu: „Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.“
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der große Geist droben ist der Hirte aller Hirten: Teil 1“ – Psalm 23 Indianisch.
    Ich bin sein, und mit ihm mangelt mir nichts.
    Er wirft mir ein Seil zu, und das Seil heißt Liebe,
    und er zieht mich sehr sanft dorthin, wo das Gras grün
    und das Wasser nicht gefährlich ist.
    Und ich esse und lege mich gesättigt nieder.
    Oftmals ist mein Herz schwach und entfällt mir.
    Aber er hebt es wieder empor
    Und zieht mich auf eine gute Straße,
    denn sein Name ist wunderbar.,
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Hebr 10, 24-25
    24 Und lasst uns einander wahrnehmen und zur Liebe und guten Werken anleiten.
    25 Lasst uns nicht unsere Versammlungen im Stich lassen, wie einige es tun, sondern einander ermutigen. Dies sollten wir umso mehr tun, als ihr seht, dass der Tag naht.

  12. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Das Wichtigste“
    Ein Schüler erkundigte sich bei seinem Zen-Meister: „Bitte, Meister, sag mir, was ist das Wichtigste im Leben?“
    Der Meister erwiderte: „Achtsamkeit!“
    Der Schüler bedankte sich für die Antwort und fragte weiter: „Und was ist das Zweitwichtigste?“
    Der Meister antwortete: „Achtsamkeit!“
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Der Himmel ist hier und jetzt“ – Irmi Baum.
    Ich liebe den Regen, er reinigt mich, schafft Klarheit.
    Ich liebe die Sonne, sie wärmt mich, gibt mir Kraft.
    Ich liebe den Mond, die Sterne, sie zeigen mir: Ich bin ein Teil der Gesamtheit.
    Ich liebe die Luft, sie lässt mich federleicht atmen und fliegen.
    Ich liebe den Wind, sein Ton trägt mich weit über alle Welten.
    Ich liebe die Bäume, sie sind Sinnbilder zwischen Himmel und Erde.
    Ich liebe die sonnendurchfluteten Getreidefelder, in jedem Kor schlummert die unendliche Lebensenergie.
    Ich liebe das Meer, es lehrt mich die Weichheit, das Harte in mir zu überwinden.
    Nicht durch Bücher und Wissen, durch dich, Mutter Erde, habe ich fühlen und sehen gelernt.
    Der Himmel ist hier und jetzt!
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: Ps 121, 1-2
    1 Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen zu den Bergen. Woher kommt meine Hilfe?
    2 Meine Hilfe kommt von der Ewigen, die Himmel und Erde gemacht hat.

  13. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche! Sonntag, 15. November!
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Die alte Teekanne“
    In China lebte ein reicher Mann, der besessen von der Idee war, die teuersten Teeuntensilien zu besitzen. Sein privates Teehaus platzte schon aus allen Nähten, doch der Mann ließ sich nicht abbringen, immer wieder neues Teegeschirr zu kaufen. Ihm hatten es vor allem die exklusiven Teekannen angetan. Stolz brühte er jeden Tag seinen Tee und erfreute sich an den kunstvollen Handfertigkeiten, die jede Kanne so einzigartig machten.
    Eines Tages klopfte ein Bettler an die Tür des wohlhabenden Mannes. „Guten Tag, mein Herr“, sprach der Fremde, „Ihr Ruf als Teekenner hallt über alle Berge. Ihre Sammlung an wertvollen Teekannen ist im ganzen Land unerreicht. Erlauben Sie mir die Bitte, mit ihnen eine Tasse Tee zu trinken. Gerne würde ich mich persönlich davon überzeugen, dass die Erzählungen den Tatsachen entsprechen und ihr Tee wirklich einzigartig schmeckt.“
    Der reiche Mann war wie vor den Kopf gestoßen. Er hatte noch nie mit einem Bettler gesprochen. Und jetzt sollte er mit diesem mittellosen Mann Tee trinken. Die Erscheinung entsprach zwar der eines armen Mannes, aber sein Verhalten und seine Sprache passten so gar nicht in das Bild eines Bedürftigen. Also entschloss sich der reiche Mann, mit dem Bettler Tee zu trinken.
    Nachdem der arme Mann eine Tasse getrunken hatte, sagte er etwas enttäuscht: „Der Tee überzeugt mich nicht, ich habe eine bessere Qualität mit mehr Charakter erwartet! Erlauben Sie, mein Herr, dass ich Ihnen mit dieser alten Teekanne, die ich stets bei mir trage, einen wirklich schmackhaften Tee zubereite?“
    Erstaunt über die Worte des Bettlers, sprach der Reiche: „Also gut, wenn du meinst, dass du mit dieser alten, gebrauchten Kanne besseren Tee zubereiten kannst als ich!“ Und so brühte der Mann den Tee in seiner abgenutzten Kanne auf. Skeptisch nippte der reiche Mann an der Tasse Tee, die ihm der Bettler anbot, und war überwältigt von dem vollen Geschmack. In all den Jahren hatte ihm keine seiner exklusiven Teekannen dieses sinnliche Geschmackserlebnis geschenkt.
    Er sprach zum Bettler: „Deine Teekanne ist einzigartig. Wie viel kostet sie?“ – „Ich verkaufe diese Kanne nicht. Egal, welchen Preis Sie dafür bieten!“ Eine solche Antwort war der reiche Mann nicht gewohnt. Er versuchte es erneut: „Ich gebe dir 100 Goldmünzen!“ – „Nein, ich werde mich nicht von der Teekanne trennen“, erwiderte der Bettler, „ich war einst ein nobler Herr wie Sie. Mein Geld habe ich durch die Kaufsucht verloren. Das Einzige, was mir geblieben ist, ist diese alte Teekanne. Über all die Jahre hat sich von jedem Aufguss etwas bewahrt. Die Ablagerungen in der Kanne sind für den einzigartigen Geschmack des Tees verantwortlich. Gerne mache ich Ihnen aber folgenden Vorschlag: Sie können die Teekanne für 50 Goldmünzen erwerben.“ Bei diesen Worten lächelte der Bettler und fuhr fort, „im Gegenzug darf ich jeden Tag vorbeikommen und einen Aufguss Tee aus dieser Kanne trinken!“
    Der reiche Mann war mit diesem Vorschlag sehr wohl einverstanden. Und seit diesem Zeitpunkt tranken der arme und der reiche Mann jeden Tag eine Tasse Tee miteinander.
    2. Aus dem Gebetbuch der Altkatholischen Kirche Österreichs: „Sei einfach“ – Irmi Baum.
    Sei einfach. Lebe im Hier und Jetzt.
    3. Aus der Bibel in gerechter Sprache: 1 Kor 15, 58
    58 Deshalb, meine geliebten Geschwister, steht auf festem Boden, werdet nicht unsicher, denn euer ganzes Leben lang könnt ihr überreich werden, weil ihr der Ewigen Werk tut. Ihr wisst ja, dass eure Anstrengung nicht vergeblich ist, weil die Ewige euch trägt

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.