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  1. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    Eine Vielzahl an Geschichten und Gebeten hat sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt. In den folgenden Tagen und Wochen gibt es eine reiche Auswahl davon.
    Mögen es gute Gedanken für Sie sein.
    1. Aus der Geschichtensammlung: Aus dem Zen – „Tue was du tust“
    Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.
    „Meister“, fragte sie, „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du.“
    Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“
    Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: „Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?“
    Es kam die gleiche Antwort: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“
    Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch ihr und geht auch ihr und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht, überlegt ihr wohin ihr geht und während ihr geht, fragt ihr euch, was ihr essen werdet. So sind eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und ihr habt die Chance wirklich glücklich und zufrieden zu sein.“
    2. Aus der Gebetssammlung: Irische Segenswünsche – „Vergiss die Träume nicht“
    Vergiss die Träume nicht, wenn die Nacht wieder über dich hereinbricht und die Dunkelheit dich wieder gefangen zu nehmen droht. Noch ist alles nicht verloren. Deine Träume und deine Sehnsüchte tragen Bilder der Hoffnung in sich.
    Deine Seele weiß, dass in der Tiefe Heilung schlummert und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
    3. Bibelstelle: Jak 5,11 (Bibel in gerechter Sprache)
    11 Siehe, wir preisen die glücklich, die widerständig waren. Ihr wisst, dass Hiob Widerstandskraft hatte, und ihr wisst auch, dass Gott ihm am Ende Heil geschenkt hat. Denn Gott ist mitfühlend und barmherzig.

  2. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    Eine Vielzahl an Geschichten und Gebeten hat sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt. In den folgenden Tagen und Wochen gibt es eine reiche Auswahl davon.
    Mögen es gute Gedanken für Sie sein.
    1. Aus der Geschichtensammlung: Feldmann/ Kornfield – „Über die Erleuchtung“
    Ein junger Zen-Schüler war für seinen besonderen Eifer bekannt. Er meditierte Tag und Nacht und wollte seine Übungen nicht einmal zum Essen oder Schlafen unterbrechen. So wurde er immer dünner und dünner und auch die Erschöpfung nahm zu.
    Der Meister rief ihn zu sich und riet ihm, langsamer vorzugehen und nicht zu viel von sich zu verlangen. Das aber wollte der Schüler nicht hören.
    „Warum hast du es so eilig?“ wollte der Meister von ihm wissen.
    „Ich strebe nach Erleuchtung“ entgegnete der Schüler. „Da habe ich keine Zeit zu verlieren.“
    „Und woher weißt du, dass die Erleuchtung vor dir läuft, so dass du ihr hinterherlaufen musst?“ fragte ihn der Meister.
    „Es könnte doch auch sein, dass sie hinter dir ist und dass du nichts weiter tun musst, als innezuhalten und ihrer gewahr zu werden…“
    2. Aus der Gebetssammlung: Reisesegen – „Gott ist bei dir!“
    Gott wird stets über dir sein, um dich zu segnen. Täglich wirst du seine Nähe spüren. So wirst du in Frieden leben.
    3. Bibelstelle: Mt 11, 28-30 (Bibel in gerechter Sprache)
    28 So kommt doch alle zu mir, die ihr euch abmüht und belastet seid: Ich will euch ausruhen lassen.
    29 Nehmt meine Last auf euch und lernt von mir: Ich brauche keine Gewalt, und mein Herz ist nicht auf Herrschaft aus. So werdet ihr für euer Leben Ruhe finden.
    30 Denn meine Weisungen unterdrücken nicht, und meine Last ist leicht.«

  3. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    Eine Vielzahl an Geschichten und Gebeten hat sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt. In den folgenden Tagen und Wochen gibt es eine reiche Auswahl davon.
    Mögen es gute Gedanken für Sie sein.
    1. Aus der Geschichtensammlung: Heinrich Spoerl – „Die Kunst des Wartens“
    Es war einmal ein junger Bauer, der wollte seine Liebste treffen. Er war ein ungeduldiger Geselle und viel zu früh gekommen, und er verstand sich schlecht aufs Warten. Er sah nicht den Sonnenschein, nicht den Frühling und die Pracht der Blumen. Ungeduldig warf er sich unter einen Baum und haderte mit sich und der Welt.
    Da stand plötzlich ein graues Männlein vor ihm und sagte: „Ich weiß, wo dich der Schuh drückt. Nimm diesen Knopf und nähe ihn an dein Wams. Und wenn du auf etwas wartest und dir die Zeit zu langsam geht, dann brauchst du nur den Kopf nach rechts drehen, und du springst über die Zeit hinweg bis dahin, wo du willst.
    Der junge Bauer nahm den Zauberknopf und drehte. Und schon stand die Liebste vor ihm und lachte ihn an. Er drehte abermals: Und saß mit ihr beim Hochzeitsschmaus. Da sah er seiner jungen Frau in die Augen: Wenn wir doch schon allein wäre…Wenn unser neues Haus fertig wäre…Und er drehte immer wieder. Jetzt fehlen noch die Kinder und drehte schnell an dem Knopf.
    Dann kam ihm neues in den Sinn und konnte es nicht erwarten. Und drehte, drehte, dass das Leben an ihm vorbeisprang, und ehe er sich´s versah, war er ein alter Mann und lag auf dem Sterbebett. Und merkte, dass er schlecht gewirtschaftet hatte. Nun, da sein Leben verrauscht war, erkannte er, dass auch das Warten des Lebens wert ist. Und er wünschte sich die Zeit zurück.
    2. Aus der Gebetssammlung: Reisesegen – „Gott ist bei dir!“
    Gott wird hinter dir sein, um dich zu bewahren, wenn dir Gefahr droht. So wirst du vor Bösem sicher sein.
    3. Bibelstelle: Gal 5,5 (Bibel in gerechter Sprache)
    5 Denn unser Warten und Hoffen auf Gerechtigkeit und Zurecht-Bringen steht im Zeichen der Geistkraft und des Vertrauens.

  4. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    Eine Vielzahl an Geschichten und Gebeten hat sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt. In den folgenden Tagen und Wochen gibt es eine reiche Auswahl davon.
    Mögen es gute Gedanken für Sie sein.
    1. Aus der Geschichtensammlung: Kadidja Wedekind – „Die Parabel vom Mann in der Wüste“
    Ein Mann verirrte sich in einer Wüste. Tags und nachts irrte er herum. Wie lange braucht man, um zu verhungern und zu verdursten? Das überlegte er sich beständig. Er wusste, dass man länger ohne Nahrung leben kann, als ohne etwas zu trinken. Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn bald ausgedörrt. Er fieberte. Wenn er schöpft ein paar Stunden schlief, träumte er von Wasser, von Orangen und Datteln. Dann erwachte er zu schlimmerer Qual und taumelte weiter.
    Da sah er in einiger Entfernung eine Oase. Er sah sie im Gegenteil immer deutlicher: die Dattelpalmen, das Gras und die Felsen, zwischen denen eine Quelle entsprang.
    Es kann natürlich auch eine Hungerfantasie sein, dir mir mein halb wahnsinniges Hirn vorgaukelt, dachte er. Solche Fantasien hat man ja in meinem Zustand. Natürlich – jetzt höre ich sogar das Wasser sprudeln. Eine Gehörhalluzination. Wie grausam die Natur ist! Mit diesem Gedanken brach er zusammen. Er starb mit einem lautlosen Fluch auf die unerbittliche Bösartigkeit des Lebens.
    Eine Stunde später fanden ihn zwei Beduinen.
    „Kannst du so etwas verstehen?“, sagte der eine zum anderen.
    „Die Datteln wachsen ihm ja beinahe in den Mund – er hätte nur die Hand ausstrecken brauchen. Und dicht neben der Quelle liegt er, mitten in der schönen Oase – verhungert und verdurstet. Wie ist das nur möglich?“
    „Es war ein moderner Mensch“, antwortete der andere Beduine, „er hat es nicht für möglich gehalten.“
    2. Aus der Gebetssammlung: Reisesegen – „Gott ist mit dir!“
    Gott wird unter dir sein, um dich zu tragen, wenn deine Kraft versiegt. So wirst du dein Ziel erreichen.
    3. Bibelstelle: Joh 6, 35 (Bibel in gerechter Sprache)
    35 Jesus sagte ihnen: »Ich bin das Brot des Lebens; alle, die zu mir kommen, werden nie mehr hungrig sein, und alle, die an mich glauben, werden niemals mehr durstig sein

  5. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    Eine Vielzahl an Geschichten und Gebeten hat sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt. In den folgenden Tagen und Wochen gibt es eine reiche Auswahl davon.
    Mögen es gute Gedanken für Sie sein.
    1. Aus der Geschichtensammlung: „Die besten Samen teilen“ aus Jürgen Fuchs: „Das Märchenbuch für Manager“
    Ein Bauer, der auf Landwirtschaftsmessen häufig den ersten Preis gewann, zeigte ein bemerkenswertes Verhalten. Er teilte nämlich seine besten Maissamen mit seinen Nachbarn, die sich verständlicherweise darüber freuten.
    Seine Konkurrenten wunderten sich über seine Großzügigkeit und fragten, warum er das denn tue.
    Die Antwort: „Das liegt doch in meinem eigenen Interesse. Der Wind trägt bekanntlich die Pollen von den Nachbarfeldern zu meinen Feldern. Was würde wohl geschehen, wenn meine Nachbarn minderwertigen Mais anbauen? Dies würde die Qualität meines Mais beeinträchtigen. Da muss es doch in meinem Interesse sein, dass sie nur den allerbesten Mais anpflanzen!“
    2. Aus der Gebetssammlung: Reisesegen – „Gott ist bei dir!“
    Gott wird hinter dir sein, um dich zu bewahren, wenn dir Gefahr droht. So wirst du vor Bösem sicher sein.
    3. Bibelstelle: 2 Kor 9, 6 (Bibel in gerechter Sprache)
    6 Dies aber lasst euch sagen: Die spärlich säen, werden auch spärlich ernten. Und die auf Segen hin säen, werden auch Segen ernten.
    7 Jede und jeder gebe, wie sie es im Herzen vorher bedacht und entschieden haben, nicht bedrückt oder aus Zwang. Denn Gott liebt die, die unbeschwert geben.

  6. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    Eine Vielzahl an Geschichten und Gebeten hat sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt. In den folgenden Tagen und Wochen gibt es eine reiche Auswahl davon.
    Mögen es gute Gedanken für Sie sein.
    1. Aus der Geschichtensammlung: Khalil Gibran – „Der Wanderer“, leicht modifiziert
    Es kam ein Patient zum Arzt und klagte: „Angst beherrscht mein Leben. Sie hat mir alle Freude genommen.“
    Der Arzt erzählte dem Patienten darauf eine kleine Geschichte: „Hier in der Praxis lebt eine Maus, die an meinen Büchern knabbert. Mache ich zu viel Aufhebens von der Maus, wird sie sich vor mir verstecken und ich werde nichts anderes tun, als sie zu jagen. Stattdessen habe ich meine wertvollsten Bücher an einen sicheren Platz gestellt und ich erlaube ihr, an den anderen zu knabbern. Auf diese Weise bleibt sie eine einfache, kleine Maus und wird nicht zu einem Monster. Mein Rat lautet also: „Richten Sie ihre Angst auf einige wenige Dinge, dann bleibt Ihnen Mut für das, was wichtig ist.“
    2. Aus der Gebetssammlung: Reisesegen – „Gott ist mit dir!“
    Gott wird an deiner Seite sein, um dich zu stützen, wenn dir der Weg zu schwer wird. So wirst du nicht fallen.
    3. Bibelstelle: 2 Kor 6,4-7a (Bibel in gerechter Sprache)
    4 Vielmehr wollen wir unter allen Umständen beweisen, dass wir Beauftragte Gottes sind: durch immer neue Kraft, standzuhalten in Bedrängnis, in Notlagen, in Ängsten,
    5 unter Schlägen, in Gefängnissen, bei Unruhen, bei mühevoller Arbeit, in schlaflosen Nächten, oft ohne Essen,
    6 in Zugehörigkeit zu Gott, in Erkenntnis, Ausdauer, Freundlichkeit, heiliger Inspiration, in Liebe ohne Zurückhaltung,
    7a im Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes.

  7. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    Eine Vielzahl an Geschichten und Gebeten hat sich im Laufe der Zeit bei mir angesammelt. In den folgenden Tagen und Wochen gibt es eine reiche Auswahl davon. Passend dazu füge ich eine Bibelstelle hinzu.
    Mögen es gute Gedanken für Sie sein.
    1. Aus der Geschichtensammlung: Anthony de Mello – „Der mittlere Pfad“
    Als Buddha zu seiner spirituellen Suche aufbrach, führte er ein Leben voller Entbehrungen und strenger Askese.
    Eines Tages gingen zwei Musiker an dem Baum vorüber, unter dem er meditierend saß. Einer sagte zum anderen: „Spann die Saiten deiner Sitar nicht zu fest, oder sie werden reißen. Und lass sie nicht zu locker hängen, denn dann kannst du darauf keine Musik machen. Halte dich an den mittleren Weg.“
    Diese Worte trafen den Buddha mit solcher Wucht, dass sie seinen Weg der Spiritualität grundlegend veränderten. Er war überzeugt, dass die Worte für seine Ohren bestimmt waren. Von diesem Augenblick an gab er alle strengen Grundsätze auf und begann einem Weg zu folgen, der leicht und hell war, den Weg der Mäßigung. Und tatsächlich wird sein Zugang zur Erleuchtung der Mittlere Pfad genannt.
    2. Aus der Gebetssammlung: Reisesegen – „Gott ist mit dir!“
    Gott wird stets vor dir sein, um dir den Weg zu zeigen, wenn du ihn aus den Augen verlierst. So wirst du nicht in die Irre gehen.
    3. Bibelstelle: Psalm 119, 1-3 (Bibel in gerechter Sprache)
    1 Glücklich sind die, deren Weg vollkommen ist, die in der Weisung der Lebendigen gehen.
    2 Glücklich sind, die ihre Verpflichtungen bewahren! Von ganzem Herzen suchen sie Gott.
    3 Auch tun sie kein Unrecht. Auf Gottes Wegen gehen sie.

  8. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 23, 3-4
    3 Gott lässt meine Lebendigkeit zurückkehren. Gott führt mich auf gerechten Spuren – so liegt es im Namen Gottes.
    4 Wenn Finsternis tief meinen Weg umgibt, fürchte ich nichts Böses. Ja, du bist bei mir,
    dein Stab und deine Stütze – sie lassen mich aufatmen.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 23, 3-4 – Verschwommen
    Halt mich über Wasser, lass nicht los.
    Verstehe, dass ich ohne festen Grund verloren wäre.
    Schwimme kreuz und quer, versinke auf den Straßen vor den Augen der Welt.
    Verschwommen meine Stärke ohne deine Kraft.
    Dein Stab und dein Stecken sind mir Zuversicht: Psalm 23, 3-4.
    3. Segensgebet:
    Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, sondern überall uns zu dir bekennen. Nie sind wir allein. Stets sind wir die Deinen. Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

  9. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 130, 1
    1 Ein Wallfahrtslied. Aus Tiefen rufe ich dich, Ewiger.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 130, 1 – So hör doch
    Du, erhöre mich.
    Ich lauf des Tages Lauf, ich darb, gedeihe, stehe und falle.
    Wäre meine Stimme abgeschnitten, steckten meine Worte fest wie Brocken, die ich nicht nach oben, nicht nach unten bringe.
    Dennoch rufe ich.
    Dahingestreckt, so hingeworfen, festgefahren, reglos am Zahn der Zeit, am Ende aller Wege schweig ich nicht.
    Und wenn es sein muss, kann ich lautlos schreien: Psalm 130, 1.
    3. Segensgebet:
    Segne uns, o Herr! Lass leuchten dein Angesicht über uns und sei uns gnädig ewiglich! Segne uns, o Herr! Deine Engel stell um uns! Bewahre uns in deinem Frieden ewiglich!

  10. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 118, 17
    17 Ich sterbe nicht! Ich lebe! Und ich erzähle die Taten Jahs.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 118, 17 – Aus dem Trümmerhaufen
    Zwischen Bruchstücken alter Tage findet das Leben statt.
    Selbst wenn es kaum Grund für ein Lachen gibt.
    Ein Vogel kann auch ohne Stimme singen.
    Und selbst Fische sind nicht stumm auf ewig.
    Aus trägen Wassern sprudeln die Quellen.
    Und auf den Feldern verflüchtigt sich der Geruch der Toten.
    Trag die Leichen fort und mach dem Reigen Platz.
    Bevor dir Schuppen aus den Augen fallen, sprießen Gärten aus der Tiefe des Meeres.
    Nicht aufzuhalten das Keimen, das Wachsen nicht zu bremsen: Psalm 118, 17.
    3. Segensgebet:
    Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen. Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unseren Wegen.

  11. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 104, 27
    27 Alle warten auf dich, dass du ihnen Nahrung gibst zu ihrer Zeit.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 104, 27 – Mehr als genug
    Wir sind die Schönen und die Reichen, jene, die schon haben und noch möchten sagen, gib uns immer mehr.
    Als wüssten wir zum Voraus, was wir brauchen.
    Als wäre diese Erde nur für uns.
    Als würde unser Boot nicht überquellen.
    Als hätten wir allein das Sagen hier.
    Wir wollen immer noch, obwohl wir haben.
    Wir fürchten böse Tage weit entfernt.
    Und haben nicht gelernt, zurückzulehnen und abzuwarten bis zum Augenblick.
    Ein Lächeln auf den Lippen und in beiden Händen.
    Mehr zu wissen, als wir hoffen konnten – Fische leben gut: Psalm 104, 27.
    3. Segensgebet:
    Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen. Sei Willen und Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.

  12. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 93, 5
    5 Deine Verordnungen sind sehr verlässlich, deinem Haus kommt Heiligkeit zu, Adonaj, für die Dauer der Zeit.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 93, 5 – Was ist
    Ist nichts und wieder nichts was mir im Kopfe dreht.
    Was will ich, dies und jenes, was ich gerne hätte, was mir fehlt.
    Was muss ich, was ich längstens müsste, was ich denke, was noch wichtig sei.
    Was kann ich, nichts, ein bisschen was fürs Leben, für den Tag.
    Und sonst ist nirgends felsenfest, was mir für immer bleibt, allein: Psalm 93, 5.
    3. Segensgebet:
    Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden. Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten.

  13. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 91, 12
    12 In der hohlen Hand tragen sie dich, damit dein Fuß nicht an einen Stein stoße.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 91, 12 – Spring ab
    Verlass das Land, das du so lang bewohnt.
    Geh weg von hier.
    Die Welten unter dir sind nicht zu fürchten, ausgestorben – abgebrannter Schutt.
    Du – tauche ein und ab die Post.
    Wo immer du ein Leben wagst, ein ungelebtes mit den frischen Augenblicken.
    Sei ein Blatt im Wind, bewege dich und fliege – falle leicht und halt die Träume wach.
    Verheißungsvoll und schwerelos und Engel ziehen mit: Psalm 91, 12.
    3. Segensgebet:
    Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unseren Wegen. Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen.

  14. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 91, 7
    7 Es fallen tausend zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten – dir naht es nicht.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 91, 7 – Immerhin
    Mit allen Wassern bin ich nicht gewaschen.
    Zieh mich zurück mimosengleich.
    Ich habe keine Panzerhaut, will trotzdem nicht gekratzt und nicht gestochen werden.
    Stets empfindsam bleiben, Schutz begehren, Segen ernten.
    Sicher sein im Wasser, in der Luft und auf dem Land.
    Mit einer Prise Leidenschaft durchs Leben gehen, Kirschen essen, Pferde stehlen, lachend.
    Atem holen zwischendurch denn immerhin: Psalm 91, 7.
    3. Segensgebet:
    Gott segne euch und behüte euch. Gott bewahre euch und erfülle euer Leben mit Liebe.

  15. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 89, 16
    16 Glücklich das Volk, das den Freudenschrei kennt. Ewige, sie gehen im Licht deines Antlitzes.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 89, 16 – Aufwärts
    Zerreiß den Stacheldraht im Tageslicht.
    Das Leben in den Grüften hat ein Ende.
    Tritt hervor, denn Ostern ist kein Heimspiel in der Dunkelkammer.
    Sesam, öffne dich!
    Ein Federstern, der sich nicht fürchtet vor dem Sonnenlicht, das Tausendgüldenkraut im Mauerwerk.
    Mit Schwung wirst du die neuen Segel hissen, am dritten Tag ist Auferstehung angesagt und wahr gemacht: Psalm 89, 16.
    3. Segensgebet:
    Gott segne euch im Lauf der aufgehenden Sonne rund um die Erde; sei du der Morgenstern, der über Australien wacht; die Morgensonne, die über Asien aufgeht; die Sonne der Gerechtigkeit, dir für Afrika neuen Segen bringt, die Morgenröte, die über Europa erstrahlt; das Sonnenlicht, das sich über die Weiten Süd- und Nordamerikas verschenkt.

  16. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 86, 13
    13 Deine Freundlichkeit mir gegenüber ist groß. Du reißt mein Leben aus tiefem Totenreich.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 86, 13 – Obenauf
    Von wo du kommst, kehrst du nicht mehr zurück.
    Ein neues Haus wirst du dein Eigen nennen.
    Hast das Leuchten jetzt schon auf der Stirn.
    Das Reich der Toten liegt jetzt unter dir.
    Nun leg die Rüstung ab und nimmt die Hände vom Gesicht.
    Das beste Kleid, den Ring an deinen Finger, Schuhe an die Füße.
    Die gute Nachricht nimm für bare Münze.
    Schau dich um – wo ist der Schmerz von gestern, wo das schwarze Loch.
    Die Zeit der Bitterkräuter ist vorbei
    Das Lied in allen Dingen fängt zu singen an: Psalm 86, 13.
    3. Segensgebet:
    Geht in die Welt, in Abend und Morgen, Gott, Schöpfer des Lichtes, segne euch und alle Menschen und alles, was den Hauch des Lebens in sich trägt.

  17. Liebe Altkatholikinnen und Altkatholiken der Kirchengemeinde Graz, liebe Glaubensgeschwister der Altkatholischen Kirche Österreichs, liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirche!
    1. Psalm-Vers: Psalm 69, 16
    16 Dass mich die Wasserflut nicht fortreißt, der Abgrund mich nicht verschlingt, der Brunnen seinen Mund nicht über mir verschließt.
    2. Freie Fassung von Vreni Merz: Psalm 69, 16 – Schiffbruch
    Bin gekentert.
    Meinetwegen selber schuld.
    Und auf dem Schlachtfeld findet jetzt die Schlammschlacht statt.
    Sie machen sich ein Bild aus Pech und Schwefel.
    Manche schreiben, reden, flüstern.
    Manche schweigen.
    Schiffbruch meinetwegen.
    Selber schuld.
    Kein Seil, kein Bug, kein Kiel.
    Wo können Finger klammern, Hände halten, wo ein Rettungsanker Kissen decken.
    Wo ein Ruheplatz.
    Gekentert bin ich meinetwegen, selber schuld.
    Ein Griff nach einem Segel, einem Mast: Psalm 69, 16.
    3. Segensgebet:
    Die Koffer sind gepackt, an die Papiere ist gedacht, nichts ist vergessen. Die Reise kann losgehen. Dass alles gut gehe, darum bitte ich dich, Gott. Bewahre mich und alle anderen, die mit mir unterwegs sind, vor Unfall und Schaden. Schenke gutes Ankommen und gute Rückkehr.

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